So fing alles an…
Als ich noch klein war, wollte ich beruflich immer etwas mit Pilzen zu tun haben. Aus dem frühen und zugegeben für Kinder eher untypischen Interesse wuchs über die Jahre eine Begeisterung für die Natur, welche ihresgleichen suchte. Kein Herbst verging, in welchem ich meine Familienangehörigen nicht dazu zwang, mit mir in den Wald zu gehen, um Pilze zu suchen. Besonders meine liebe Mama hat einen großen Beitrag zu dieser Entwicklung geleistet. Von Kindesbeinen an war auch sie mit ihren Eltern jeden Herbst im Wald unterwegs, um Pilze zu sammeln. Die Tatsache, dass ich es heute bin, die ihr etwas über Pilze erklärt und nicht mehr andersherum, stimmt mich manchmal sehr emotional.
Der Wunsch sollte Realität werden – nach meinem Abitur beschloss ich, dass es mir nicht mehr ausreichte, Steinpilze und Maronenröhrlinge bestimmen zu können. Also widmete ich mich mehrere Jahre lang einem intensiven Selbststudium (in der Mykologie gibt es keine richtige Ausbildung) und brachte mir über die Jahre das Wissen zu ca. 400 heimischen Pilzarten, Pflanzenarten sowie sämtlichen Vergiftungssyndromen und ökologischen Zusammenhängen selbst bei. So absolvierte ich im Jahr 2023 erfolgreich die Prüfung zur Pilzsachverständigen beim Landesverband der Pilzsachverständigen in Sachsen-Anhalt. Ein Jahr später erlangte ich auch das Zertifikat für meine Tätigkeit als PilzCoach bei der Deutschen Gesellschaft für Mykologie.
Ich wusste schon sehr früh, dass ich meine Lebenszeit für etwas einsetzen wollte, was in meinen Augen wirklich Sinn hat. Schon immer wollte ich ganz verschiedene Menschen begeistern für das, was auf den ersten Blick unspektakulär wirkt, auf den zweiten Blick aber Abenteuer und Staunen mit sich bringt. Menschen zusammenzubringen, Wissen zu vermitteln und achtsam durch unsere schöne Natur zu wandeln, das bedeutet für mich persönlich wirklicher Reichtum.

Und hier stehe ich mittlerweile…
An den Startschuss von „Pilzliebenordsachsen“ erinnere ich mich noch ganz genau: Meine erste Pilzwanderung im Herbst 2023, organisiert in Zusammenarbeit mit dem Naturpark Bad Düben. Ich war so aufgeregt, dass ich (zitternd) am Ende der Wanderung der wahnsinnig großen Gruppe, bestehend aus 44 Teilnehmenden, gestand, dass dies meine erste Pilzwanderung war – darauf folgte ein hallender Applaus, der mich heute noch bis über beide Ohren lächeln lässt, wenn ich daran denke. An diesem Tag wusste ich: DAS ist es. Das will ich machen.
Wenig später folgte dann die Inbetriebnahme meines gleichnamigen Instagram-Accounts, welchem ich bis heute mit großer Leidenschaft nachgehe. Dort produziere ich regelmäßig und das ganze Jahr über Videos und Inhalte, welche sich naturbegeisterte Menschen ansehen können, um auch Zuhause auf dem Sofa etwas dazuzulernen. Mein Account zählt mittlerweile über 2.000 Follower aus der Region Nordsachsen und wächst stetig – darauf bin ich sehr stolz.
Seitdem hat sich viel getan: mit meinem Mann und meinem kleinen Tierheimhund lebe ich gemeinsam mit meinen Eltern und Großeltern sehr ländlich am Rande meiner Heimatstadt Bad Düben. Mein erstes, intensives Interesse galt zwar immer den Pilzen, aber über die Jahre haben sich mir noch weitere, faszinierende Welten eröffnet.
So führe ich seit geraumer Zeit auch Lehrwanderungen zu Kräutern und Wildpflanzen sowie zu Wildtieren und dem für Bad Düben typischen Biber durch, ich bringe Wanderern die geschichtlichen und landschaftlichen Besonderheiten unserer Muldeaue sowie dem Roten Ufer näher und gebe in und um Bad Düben in Kooperation mit anderen, regionalen Anbietern Workshops und halte Vorträge zu Themen wie Vitalpilzen oder Waldbaden. Die stetige Teilnahme an naturkundlichen Weiterbildungen steht für mich an erster Stelle, um die zahlreichen Zusammenhänge unserer Ökologie und Natur zu verstehen sowie dieses Wissen fachkundig weitergeben zu können.
Seit 2026 bin ich auch als Dozentin für verschiedene Volkshochschulen tätig und führe hier fachkundige Wanderungen und Vorträge durch.

Ehrenamt
Seitdem ich erfolgreich als Sachverständige geprüft wurde, führe ich zudem auch ehrenamtlich Korbberatungen durch. Pilzsammler kommen (nach vorheriger Anmeldung) mit ihrem Sammelgut zu mir. Meine Aufgabe ist es, die Funde systematisch zu begutachten, zu bestimmen und natürlich auch hier Wissen zu vermitteln.
Seit dem Jahr 2024 bin ich ebenfalls beim Giftnotruf tätig. Das bedeutet, dass man mich bei regionalen Vergiftungsfällen, welche mit Pilzen in Verbindung stehen, kontaktieren und mich um meine fachliche Einschätzung bitten kann. Bisher hatte ich vier solcher Fälle, diesen Teil meiner Arbeit empfinde ich als äußerst spannend und sinnstiftend.
Telefonnummer Giftnotruf Sachsen: 0361 730 730
Mehr zu den Giftnotrufzentralen findest du hier: Giftnotrufzentralen – Sächsische Landesärztekammer
Nachhaltigkeit, ein achtsamer Umgang mit der Natur und das Vermitteln von längst vergessenen Geheimnissen unserer Umwelt sind für mich ein starker Fokus, aber auch viel Humor und gemeinsames Lachen kommen bei mir und meinen Veranstaltungen nie zu kurz.

Immer mit dabei: mein lieber Mann Joel. Bei meinen Wanderungen und Workshops ist er zwar eher im Hintergrund tätig, ohne ihn wäre aber nichts möglich. Er ist das organisatorische Talent und der kreative Kopf hinter Pilzliebenordsachsen, der für viele tolle Ideen verantwortlich ist. Joel hat sich ursprünglich wenig für Pilze und Natur interessiert, war aber schon bei so vielen Wanderungen mit dabei, dass er sie mittlerweile wohl auch selbst abhalten könnte, wenn ich nicht da wäre. Er ist der „Feel-Good-Manager“, der unterwegs immer die Teilnehmergruppe zusammenhält und gerne selbst bei einfachen Fragen hilft. Auch vor ihm hat die Pilzliebe aber nicht Halt gemacht: Joel sammelt am liebsten prächtige Steinpilze und hat es am liebsten, wenn er keine Pilze suchen gehen muss, sondern eher Pilze aufheben…
Immer eine große Freude für mich: Öffentlichkeitsarbeit
Viele Jahre lang gab es im Raum Nordsachsen nur wenige Menschen, welche sich für Natur- und Umweltbildung eingesetzt haben – und noch weniger, welche dies öffentlich geteilt haben.
Zu meiner persönlichen Freude ist im Laufe der Zeit auch die Medienlandschaft auf meine Tätigkeit aufmerksam geworden. Seitdem hatte ich schon einige Male die Möglichkeit, meine Expertise in Form von Zeitungsartikeln oder in Form von öffentlichen Vorträgen zu teilen. Einige Beispiele hierfür sind die folgenden Artikel:
Im Herbst in die Pilze gehen: Tipps von der Pilzberaterin vom 14. Oktober 2024 in der Zeitschrift „Frauenboulevard“
„Diese Pilze wachsen im Oktober in der Dübener Heide“ vom 07.10.2024 in der Zeitschrift „LVZ – Leipziger Volkszeitung“
„Dübener Heide bei Leipzig: Mit einer Influencerin in den Pilzen – mit Bildergalerie“ vom Oktober 2024 in der Zeitschrift „LVZ – Leipziger Volkszeitung“
„Pilzsuche mit Hindernissen – Expertin sagt warum“ vom Oktober 2025 in der Zeitschrift „LVZ – Leipziger Volkszeitung“
… oder auch mein eher lustiges Radio-Interview beim Radiosender „ENERGY-Sachsen Radio“ aus dem Januar 2026, als ich beim „Berufe-raten“ zu Gast war.
Abschlüsse und Weiterbildungen
Oktober 2023 – Pilzsachverständige (Landesamt für Pilzsachverständige in Sachsen-Anhalt)
April 2024 – PilzCoach (Deutsche Gesellschaft für Mykologie)
NABU Naturgucker Akademie Weiterbildungen/Module:
„Pilze 1“ sowie „Pilze 2“
„Ornithologie Grundwissen“
„Pflanzen“
„Säugetiere“
„Wald“
„Fließgewässer“